Geschichte und Herkunft der Rasse |
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Der Bullmastiff entstammt einer Kreuzung aus Bulldoggen und Mastiffs, über die schon im 18. Jahrhundert des vergangenen Jahrtausends berichtet wurde. Die belegbare Geschichte der Rasse beginnt jedoch erst in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts, sie wurde auch erst 1924 als eigene Rasse mit dem Namen "Bullmastiff" anerkannt. Somit zählt der Bullmastiff zu den vergleichsweise jungen Hunderassen. Da im England des 19. Jahrhunderts die sozialen Bedingungen sehr schlecht waren, sahen sich die Wildhüter der großen Landlords zunehmend mit Wilderei konfrontiert, wodurch die Wildbestände ihrer Herren dezimiert wurden. Zwar stand auf Wilderei die Todesstrafe, dies führte jedoch dazu, dass ertappte Wilderer oft nicht davor zurückschreckten, den Wildhüter zu töten, um selbst der Todesstrafe zu entkommen. Solcherart in ihrem Leben bedroht, setzten die Wildhüter daraufhin Hunde ein, um die Wilddiebe zu stellen und dingfest zu machen. Dafür wurde ein großer, kräftiger Hund gebraucht, der nervenfest, stark und mutig seine Aufgabe lautlos und entschlossen erfüllte. Keine der bisher verfügbaren Rassen erfüllten jedoch all diese Ansprüche; die häufig eingesetzten Irischen Wolfshunde, andere große Jagdhunde und auch die Bulldoggen gingen bei der Bekämpfung der Wilddiebe oft so aggressiv vor, dass nicht mehr genügend von diesen übrig blieb, um an den Pranger gestellt zu werden. Eine andere Rasse, der kraftvolle Mastiff war hingegen zu wenig aggressiv, um den Wildhütern wirklicher Schutz und Hilfe bei der Bekämpfung der Wilderei zu sein. Eine Kreuzung aus den großen und kraftvollen, aber nicht ausreichend aktiven und aggressiven Mastiffs (ca. 60%) und den zwar aktiven und furchtlosen, jedoch zu unbeherrschten und wilden Bulldoggen (ca.40%) brachte schließlich das gewünschte Ergebnis - einen großen, kräftigen Hund, der leise und furchtlos, aber auch sehr kontrolliert vorging und Wilderer somit relativ unversehrt stellen konnte. Dieser Hund wurde zunächst, gemäß seiner Aufgabe, häufig als "Gamekeeper's Nightdog" bezeichnet, aber auch die Bezeichnungen "Nightdog", "Holding Dog" und "Bull and Mastiff" werden erwähnt. Durch die spätere Einkreuzung des Bloodhounds wurde die Fährtengängigkeit der neuen Rasse noch gesteigert, verschiedenen Quellen zufolge wurden zudem auch Deutsche Doggen oder Bernhardiner eingekreuzt. Durch konsequente Zucht auf Leistung und durch die Auslese durch nächtliche Auseinandersetzungen mit Wilddieben entstand so ein äußerst effektiver Schutzhund, der zunächst jedoch noch ein recht unterschiedliches Erscheinungsbild hatte. 1924 wurde der Bullmastiff vom englischen Kennel-Club als eigenständige Rasse anerkannt. Zur Zucht kamen jedoch nur Tiere, die die über drei Generationen aus reinrassigen Bullenmastiffs entstanden waren. 1925 begann S. E. Moseley, der erste Präsident des "National-Bull-Mastiff-Police-Dog-Clubs", den reinen Schutzhund auch als Familien- und Ausstellungshund zu züchten. Mit seinem Zwinger "Farcroft" sollte einen erheblichen Teil zur Sicherung der Nachkommenschaft beigetragen haben - sein Stammrüde "Farcroft Fidelity" war damals einer der bekanntesten und erfolgreichsten Bullmastiffs. Obwohl in Amerika schon 1933 der American Kennel-Club die Rasse anerkannte, hielt der Bullmastiff erst nach dem 2. Weltkrieg Einzug in Deutschland, gezüchtet wird der Bullmastiff in Deutschland seit etwa Mitte der siebziger Jahre. Da sich im Lauf der Zeit das Einsatzgebiet des Bullmastiffs im Wildhütebereich verringerte, verbreiterte sich sein Aufgabengebiet. Er war nun auch im Polizei-, Fährtensuch-, Blinden-, und Rettungshundebereich zu finden, was er seiner enormen Gelassenheit, seiner hohen Reizschwelle und seinem ausgeprägtem Selbstbewusstsein zu verdanken hat. Da die Züchter nun auch besonderen Wert auf ein furchtloses und zuverlässiges Wesen legten, schufen sie so einen Bullmastiff, der ein verlässlicher Familienhund und ein äußerst zuverlässiger Schutzhund ist. |
Das Wesen des BullmastiffsDer Bullmastiff ist wachsam, lebhaft, kraftvoll, ausdauernd, loyal und absolut zuverlässig. Der Hund ist zwar ruhig, jedoch keineswegs träge, spielt bis ins hohe Alter und braucht den absoluten Familienanschluss. Der Bullmastiff liebt lange Spaziergänge, viel Beschäftigung durch spielen, auch eine Tätigkeit in Fährtenarbeit, Unterordnung und als Begleithund sind ideal für ihn geeignet. Keinesfalls sollte der Bullmastiff im Zwinger gehalten werden, da er sehr an seiner Familie hängt. Er ist treu, anhänglich und besonders im Umgang mit Kindern geduldig. Als geborener Wachhund schützt er instinktiv seine Familie. Daher sollte man mit dem Bullmastiff keinen Schutzdienst machen, da ein ausufernder Schutztrieb seiner Sozialverträglichkeit schaden würde. Seinen Besitzern verlangt der Bullmastiff einiges ab, er gilt zwar als als leicht erziehbar und versteht sich in der Regel auch mit anderen Hunden und Haustieren, kann aber durchaus einen übertriebenen Schutzinstinkt gegenüber seiner Familie entwickeln. Trotz seiner Lernfreude und Lernfähigkeit braucht der Bullmastiff eine konsequente - und tägliche - Erziehung, er muss lernen sich unterzuordnen. Man sollte jedoch nie die Geduld verlieren, wenn dies nicht auf Anhieb klappt, denn der Bullmastiff neigt dazu auf Stur zu stellen, wenn der Halter Ungeduld mit ihm zeigt. Auch sonst hat er seinen eigenen Willen und einen gelegentlichen Hang zur Eigenwilligkeit, der es dem Besitzer oft nicht leicht mit ihm macht, doch man sollte sich in diesem Fall die natürliche enge Bindung zu seinem Herrn zu Nutze machen. Trotzdem darf man von einem Bullmastiff keinen absoluten Gehorsam erwarten. |
RassestandardFCI - Standard Nr. 157 / 02. 03. 1988 / D ÜBERSETZUNG: Frau Diana Hermann (Club für Molosser e.V.). URSPRUNG: Grossbritannien. DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES: 24. 06. 1987 VERWENDUNG: Wachhund. KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer- Molossoide- Schweizer Sennenhunde und andere Rassen. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): KOPF: OBERKOPF: GESICHTSSCHÄDEL: HALS: KÖRPER: RUTE: GLIEDMASSEN: VORDERHAND: Die Vorderläufe sind kraftvoll und gerade, mit kräftigen Knochen. Sie stehen weit auseinander und ermöglichen dadurch eine gerade Front. HINTERHAND: Hinterläufe stark und muskulös. PFOTEN: Gut aufgeknöchelt, wie Katzenpfoten, mit gerundeten Zehen. Ballen hart. Dunkle Nägel erwünscht. Gespreizte Pfoten höchst unerwünscht. GANGWERK: Die Bewegung weist auf Kraft und Zweckmässigkeit hin. Bei geradeaus gerichteter Bewegung sollen weder die Vorder- noch die Hinterläufe kreuzen oder „stricken“; der rechte Vorderlauf und der linke Hinterlauf sollen gleichzeitig gehoben und gesenkt werden. Ein fester Rücken, der durch den kraftvollen Schub der Hinterläufe nicht nachteilig beeinflusst wird, gewährleistet einen ausgeglichenen und harmonischen Bewegungsablauf. HAARKLEID: FARBE: Jegliche Schattierung von gestromt, rehbraun oder rot. Die Farbe muss makellos und klar sein. Ein kleines weisses Abzeichen an der Brust ist erlaubt. Andere weisse Abzeichen sind unerwünscht. Ein schwarzer Fang zu den Augen in heller werdend, ist unentbehrlich, dunkle Augenumrandungen unterstreichen den Ausdruck. GRÖSSE UND GEWICHT: Widerristhöhe: Rüden: 63,5 bis 68,5 cm / Hündinnen : 61 bis 66 cm. FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes. Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden. N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. |
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